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1928 nahmen die Turner den Fußball in ihr Programm auf und der Verein wurde in Turn- und Sportverein umbenannt. Viele der Aktiven hatten nun in sportlicher Hinsicht eine Doppelbelastung zu bewältigen, denn sie waren auch begeisterte Fußballer und wollten auch bei den Turnern gute Leistungen bringen. Mit Begeisterung rannte man nun in der Freizeit dem runden Leder noch, was zur Folge hatte, daß bald eine Fußball Jugend- und Seniorenmannschaft gegründet wurde. Zu ihren Spielen, damals ausschließlich Freundschaftsspiele, traf man sich auf dem Turnplatz an der alten Schule, heute die Pfarrer-Unsinn-Straße. An geregeltes Training war zu dieser Zeit überhaupt nicht zu denken.

Nachdem der Turnplatz für die Fußballer nicht mehr zur Verfügung stand, stellte der Gastwirt Eder dem Verein von 1928 - 1934 einen Sportplatz an der Moorenweiser Straße zur Verfügung. Auf diesem Sportgelände wurde dann trainiert und die Mannschaften trugen Freundschaftsspiele aus. Als der Eder-Wirt im Laufe der Zeit von den Sportlern eine geringe Pacht als Platzgebühr verlangte und später das Grundstück für landwirtschaftliche Zwecke benötigte, waren die Fußballer wieder ohne Heimat. Da kam Gerade recht, daß Stefan Drexl, der 3 Tagwerk Grund an der heutigen Bahnhofstraße besaß, diesen Platz den Fußballern kostenlos zur Verfügung stellte und damit war das Problem der Kicker gelöst. 29 Jahre, von 1934- 1963 trainierten und spielten nun die Fußballei auf diesem Sportgelände.Die Mitglieder des Vereins waren über den "Eder-Wirt" ob seiner Forderungen so verärgert, daß sie das Vereinslokal wechselten und von nun an ihre Versammlungen und Festlichkeiten beim "Alten Wirt" abhielten.

Am Kirchweihtag 1934 fand die Platzeinweihung statt und es winde das erste Spiel auf dem neuen Gelände an der Bahnhofstraße ausgetragen. In der Chronik ist nicht vermerkt, ob das Spiel nun mit einem Sieg oder mit einer Niederlage endete. Das Spielfeld mußte damals mit der Sense gemäht werden und von dem Match fühlen die Spieler zum Schreiner und holten Sägemehl, um die Linien zu markieren. Die Aktiven beschafften sich ihre "Leiberl, Hosen und Stutzen selber. Fußballschuhe hatten zu dieser Zeit nur einige Aktive, denn der Großteil der Spielei bestritt das Match in Straßenschuhen. Fußballschuhe waren zu dieser Zeit eine Rarität und kosteten so zwischen 10. und 15. Mark, was sich nur wenige leisten konnten. Erfreulich waren damals die Zuschauerzahlen, denn zu jedem Spiel gesellte sich eine große Schar fachkundiger Kenner, die die Mannschaft kräftig anfeuerten.

Ab 1931 wurde es dann Ernst für die Fußballer, denn es ging in der Zugspitzgauliga um Punkte. Mit 12 - 14 Mannschaften starteten die Senioren in die Runde. Den Erzählungen zufolge wurde bei Auswärtsspielen die Mannschaft vom Fuhrunternehmer Brucklachner aus Moorenweis mit seinem Lastwogen transportiert, wobei die Spieler die Kosten - eine oder zwei Mark - aus ihrer eigenen Tasche aufzubringen hatten. Dabei kam es öfters vor, daß der Fuhrunternehmer Brucklachner selbst mitspielen mußte, wenn nicht genügend Spieler zur Verfügung standen. Bei den Heimspielen mußte sich der Gegner beim "Alten Wirt" umziehen und gelangte dann im Dauerlauf zum Sportplatz an der Bahnhofsstraße.

Sportlich erreichte mein in den Jahren 1931/32 immer einen Mittelplatz. Das Jahr 1933 weil sehr düster, denn der Verein mußte wegen hoher Schulden aufgelöst weiden und es folgte ein Jahr ohne Wettkämpfe. Im Jahre 1934 ging es mit dem Verein endlich wieder aufwärts. Bei einer Versammlung konnte man Anselm Höpfl als neuen Vorstand gewinnen und damit war wieder gewährleistet, daß man auf Vereinsebene aktiv werden konnte. Außerdem kam bei einer Versammlung der heutige Vereinsname "Turn- und Sportverein Geltendorf" auf das neue Emblem.

Ab dieser Zeit spielten die Fußballer bis zum Kriegsanfang in der aus der Taufe gehobenen Ammerseegauliga. Die Saison 1934/35 wurde schon im ersten Jahr zu einem großen Erfolgserlebnis, denn ungeschlagen errang man die Meisterschaft des Ammerseegaues. Der Sportplatz an der Bahnhofstraße wurde für alle Gegner ein gefürchteter Ort und alle mußten geschlagen das Spielfeld verlassen. Die große Siegesfeier wurde dann beim Alten Wirt abgeholten. Nach den Ehrungen der Spieler wurde bis in die Morgenstunden bei Tanz und Geselligkeit hinein gefeiert, so daß am nächsten Tag die "Fußballhelden" doch recht verkatert an die Arbeit gehen mußten.

In den Saisonen 1936 - 1939 konnte die Mannschaft nicht mehr an den Erfolg des Anfangsjahres anknüpfen und belegte meistens einen Mittelplatz. Das 15jährige Bestehen des Vereins wurde 1938 beim Alten Wirt mit einem Ehrenabend festlich gefeiert und dabei zeichnete man auch die anwesenden Gründungsmitglieder aus. Der Chronist schreibt bei seiner Überlieferung folgenden Reim:

Fünfzehn Jahre sind es nun,
seit dem das Bäumchen ward gepflanzt,
und was für Pflanzen nun geworden sind,
das seht ihr unten angstanzt.

Dann folgten viele Unterschriften von den passiven und aktiven Mitgliedern, die an diesem Ehrenabend teilgenommen hatten. Eine bittere Zeit begann für alle Vereine, als 1939 der zweite Weltkrieg ausbrach. Der Spielbetrieb wurde von Amts wegen eingestellt. Auch hier sind einige markante Zeilen in der Chronik festgehalten:

Mit Freuden lebt man und Humor,
doch schon bereitet sich was Böses vor,
es geht normal noch alles seinen Lauf,
doch am politischen Himmel zieh 'n Gewitter auf.
Und wie das schon so gut begonnen,
so schnell ist alles dann zerronnen,
Denn über Nacht - o Schreck und Graus,
mit einem Mal der Krieg bricht aus.
Das Vaterland, es ruft zur Pflicht und achtet die Vereine nicht.
Und was vereint seit vielen Jahren,
wird wieder auseinander gefahren.
Den einen ruft die Pflicht zum Westen,
der Andere tut's im Osten am Besten.
So müssen ruhen alle Spiele –
denn heut geht's um höhere Ziele.

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